Neue Presse - Ausgabe Kronach v. 16.04.2019

Beckstein ebnet den Weg zum Rewe-Markt

Dass der neue Supermarkt in Kronach jetzt eröffnet worden ist, ist auch dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten zu verdanken. Er fungierte als Mittler an allen Fronten.

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Am Ende freuten sich alle, dass der Traum vom neuen Rewe-Markt sich trotz einiger Widrigkeiten erfüllt hat (von links): die katholische Pastoralreferentin Sarah Maria Röck-Damschen und der evangelische Pfarrer Andreas Heindl, die den Segen spendeten, Marktleiterin Kerstin Brendel, der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, Heinz Krist von der WIV-Unternehmensgruppe sowie Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (rechts). Foto: Maria Löffler

 

Kronach - Zahlreiche geladene Gäste schlenderten am Montag über den roten Teppich des neu eröffneten Rewe-Marktes in der Kronacher Industriestraße. Manch einer mag sich dabei die Augen gerieben haben, denn unter den Gästen war auch Günther Beckstein, ehemaliger bayerische Ministerpräsident. Die Spekulationen um sein Erscheinen waren so bunt wie die Palette eines Malers.

Doch bevor man das Geheimnis um sein Erscheinen lüftete, stand erst einmal Vertriebsleiterin Anja Ludwig vor dem Mikrofon. Sie fasste Zahlen, Daten und Fakten zusammen, um den neuen Markt zu beschreiben: "Hier in Kronach sehen Sie auf einer Verkaufsfläche von 1870 Quadratmetern das, was wir uns unter modernem Lebensmittelhandel vorstellen." Besonderes Augenmerk lege man auf regionale und lokale Produkte, hergestellt in der unmittelbaren Umgebung. "Außerdem legen wir sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit. Wärmerückgewinnung, Verglasung der Kühlmöbel und eine intelligente Steuerungstechnik sorgen für Energieeffizienz."

Schon Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein ließ es in seinem Grußwort erahnen: Der Bau des Marktes war kein glatter Durchmarsch. Vielmehr erinnerte er an einen Hürdenlauf, der am Ende aber gut ins Ziel geführt habe. "Es hat halt seine Zeit gebraucht, aber am Ende ‚homme alle widde wos gekönnt.‘" Er lobte die "Standorttreue" von Rewe, besonders im Hinblick auf die Arbeitsplätze. "Wir hatten es am Anfang nicht leicht, vieles musste abgewägt werden, und überall brauchte es die Zustimmung der unterschiedlichen Behörden. Und das lief nicht immer ganz reibungslos. Aber ich freue mich, dass es jetzt nicht nur einen neuen, attraktiven Markt gibt, sondern auch die Einschleifung von der Bundesstraße in die Industriestraße." Diesen Herausforderungen hatte sich auch Heinz Krist von der WIV-Unternehmensgruppe gestellt, die als Bauträger fungierte: "Ich empfinde Freude, Stolz und Dankbarkeit. Aber es gab auch eine ganze Reihe an Herausforderungen und Aufgabenstellungen. Wir mussten zum Beispiel geeignete Grundstücksflächen finden, die alle Parameter erfüllen. Dazu brauchte es einen Eigentümer, der bereit war, sein Grundstück zu verkaufen. Und nachdem hier alle Irritationen beseitigt waren, standen wir vor dem nächsten Problem, der verkehrsrechtlichen Erschließung. Auch sicherheitstechnische Bedenken mussten ausgeräumt werden." Genau hier sei Günther Beckstein ins Spiel gekommen, nämlich als Mittler an allen Fronten. Er, der das Baurecht in Bayern einst vereinfacht habe, war in Kronach gefordert. Beckstein brachte nach Krists Worten immer wieder alle an einen Tisch und fand gangbare Lösungswege.

Günther Beckstein selbst war ebenfalls überrascht, wie viel noch geht, wenn eigentlich gar nichts mehr geht. "Da tickt das Straßenbauamt anders als die Stadt, und jedes Gremium hat seine Bedenken." Er räumte auch ein, "dass manches etwas teurer als geplant" gewesen sei. "Am Ende haben wir aber alle zusammen etwas Vernünftiges geschaffen." Er lobte die hoch motivierte Mannschaft und gab Marktleiterin Kerstin Brendel einen guten Rat mit auf den Weg: "Schwarze Zahlen sind besser als rote." Das Leben als Puzzle sah der Mitarbeiterstab, der alle Teilchen an den richtigen Platz setzte. Neben Freude, Treue, Herz, Gesundheit und Erfolg gab es auch den Satz: "Humor ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt."

Kerstin Brendel selbst machte es kurz und zeigte vor allem ihre Freude darüber, mit ihrer "kompletten Mannschaft" umgezogen zu sein. "Alle zeigten viel Geduld, Fleiß und vor allem Hilfsbereitschaft." Sie, die die letzten drei Wochen "nur noch unter Strom" gestanden habe, blickte stolz auf die neue Floristikabteilung im Eingangsbereich, freute sich über vier neue Mitarbeiter und über ein größeres Sortiment.